Das Wort

Und? - Was sagt man…?


Liebe Gemeinde,

sicherlich kennen Sie diesen Spruch. Entweder man hat ihn schon einmal gehört oder „musste“ ihn am eigenen Leibe erfahren: man bekommt von der netten Verkäuferin hinter der Wursttheke eine Scheibe Kinderwurst und Mama sagt - bevor man selber in der Lage ist, eigenständig zu reagieren: „Und? Was sagt man?“. Von Kindheit an werden wir erzogen, „danke“ zu sagen.
Dennoch vergessen wir es ständig, weil wir zu oft denken, dass manche Dinge doch einfach zur Selbstverständlichkeit gehören. So zum Beispiel Mitleid oder Anteilnahme. Dass dem jedoch nicht so ist, wissen wir nur zu gut.
„Danke“ zu sagen, hat meines Erachtens auch nichts mit einer „Bezahlmentalität“ zu tun, sondern es ist ein Zeichen von Respekt und Achtsamkeit.
In unserem Gesangbuch steht unter der Nummer 334 ein Dankeslied, in dem die vielen Dinge aufgezählt werden, für die wir in unserem Leben Gott dankbar sein dürfen:
Freunde, Arbeit, das Gute und Schöne und die Musik. Aber auch, dass wir Gottes Wort verstehen können und seine Hand uns auch in Traurigkeiten halten und leiten wird.
Mit einfachen Worten und einer eingängigen Melodie nimmt dieses Lied das Grundgefühl unseres Glaubens auf: Alles, was wir haben kommt von Gott.
Nicht wir sind es, die das machen können, was wir wirklich zum Leben brauchen. Nicht nur für unsere Bedürfnisse sorgt Gott, seine Gaben reichen weit darüber hinaus.
Seinen Geist schenkt er uns, seine Nähe verheißt er uns ebenso, wie sein grenzenloses Heil.
Dieses Lied fragt nicht nach Grund und Ursache unseres Heils. Wer dankt weiß, dass es eine höhere Macht in dieser Welt gibt, die es gut mit ihm meint, der er sich in guten und bösen Tagen anvertrauen kann.
Durch den Dank treten Geber und Beschenkter in Beziehung zueinander, bleiben beide nicht allein. So kann ihre Gemeinschaft wachsen.
Als Dankende nehmen wir die guten Zeiten unseres Lebens aus Gottes Hand; die Gaben, die wir empfangen haben, geben wir weiter an unsere Mitmenschen und auch in den schlechten Zeiten unseres Lebens vertrauen wir Gott.
Auf den gütigen und heilmachenden Gott, der uns durch die dunklen Zeiten unseres Lebens hindurchträgt. Gerade das konnten wir in den Zeiten des Lockdowns in der Pandemie erfahren.
Besonders aber auch, wenn wir selbst oder Freunde und Angehörige positiv getestet wurden oder sogar erkrankten.
Nun dürfen wir wieder aufatmen und miteinander sein - im Gottesdienst, im Chor, in der Natur, bei kulturellen Veranstaltungen oder gemeinsamem Essen im Restaurant.
Für manche vielleicht eine Selbstverständlichkeit - für uns ein Grund, Gott für selbst das Kleinste und dafür zu danken, dass wir von Herzen „Danke!“ sagen können!

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten, unbeschwerten, fröhlichen und erholsamen Sommer!

Ihr/Euer
Jochen Mühlbach


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